Softwareentwicklung und KI: Wie schwer kann’s schon sein?


Softwareentwicklung und KI verändern unseren Alltag rasant. Trotzdem wirken diese Themen auf viele Menschen kompliziert oder sogar abschreckend.

„IT, KI und Programmieren: Wie schwer kann’s schon sein?“ – mit diesem augenzwinkernden Satz bringt unser Gast Mario Zechner auf den Punkt, worum es in dieser Podcastfolge geht. Der Titel entstand, nachdem Mario gezeigt hat, dass digitale Lösungen nicht monatelang in bürokratischen Prozessen stecken bleiben müssen. Manche Probleme lassen sich einfach lösen – wenn man bereit ist, sie anzupacken.

Gemeinsam mit Mario sprechen wir darüber, wie Software wirklich entsteht, welche Chancen und Herausforderungen KI mit sich bringt, warum Digitalisierung oft langsamer voranschreitet als gedacht und weshalb Technik immer den Menschen dienen sollte.

Mario Zechner: Softwareentwickler mit Blick auf die Gesellschaft

Mario Zechner arbeitet seit vielen Jahren als Softwareentwickler und beschäftigt sich täglich mit digitalen Technologien. Im Podcast erzählt er, wie er zur Softwareentwicklung gekommen ist und warum sein Beruf weit mehr umfasst als nur das Schreiben von Code.

Außerdem sprechen wir darüber, weshalb er sich zunehmend gesellschaftlich engagiert und warum Technologie aus seiner Sicht immer einen konkreten Nutzen für Menschen haben sollte.

Softwareentwicklung und KI verständlich erklärt

Softwareentwicklung und KI werden häufig als rein technische Themen wahrgenommen. Mario Zechner zeigt jedoch, dass erfolgreiche Softwareentwicklung vor allem davon lebt, Probleme zu verstehen und Lösungen für Menschen zu entwickeln.

Programmieren klingt für viele kompliziert – dabei beschreibt Mario seinen Beruf mit einem einfachen Vergleich: Software zu entwickeln ist ähnlich wie eine Küche zu planen. Am Anfang gibt es eine Idee, danach beginnt die eigentliche Arbeit und am Ende muss vieles noch verbessert werden.

Wir sprechen darüber, wie Software entsteht, warum Programmieren vor allem strukturiertes Denken bedeutet und weshalb gute EntwicklerInnen zuerst verstehen müssen, welches Problem überhaupt gelöst werden soll.

Digitalisierung: Zwischen Fortschritt und Bürokratie

Seit Jahren wird über Digitalisierung, Softwareentwicklung und KI gesprochen. Trotzdem hat man oft das Gefühl, dass vieles nur langsam vorangeht.

Mario erklärt, warum technologische Entwicklungen häufig mehr Zeit benötigen als erwartet und weshalb manche staatlichen Digitalisierungsprojekte an komplizierten Prozessen scheitern. Außerdem diskutieren wir, warum Digitalisierung nicht bedeutet, einfach analoge Abläufe auf einen Bildschirm zu übertragen, sondern Prozesse grundsätzlich neu zu denken.

Softwareentwicklung und KI: Was KI heute wirklich kann

Spätestens seit ChatGPT ist künstliche Intelligenz in aller Munde. Doch wie groß ist ihr tatsächlicher Einfluss?

Gemeinsam sprechen wir darüber, warum der Erfolg moderner KI-Systeme viele überrascht hat, wo künstliche Intelligenz bereits heute sinnvoll eingesetzt werden kann und warum sie dennoch nicht jedes Problem lösen wird.

Außerdem geht es um die Frage, welche Aufgaben Menschen auch in Zukunft besser übernehmen als Maschinen und warum nicht jede technische Neuerung automatisch eine Verbesserung bedeutet.

Softwareentwicklung und KI brauchen den Menschen

Für Mario steht fest: Gute Software entsteht nicht allein durch technische Perfektion.

Wir sprechen über Computational Thinking, also die Fähigkeit, Probleme systematisch zu analysieren und Lösungen Schritt für Schritt zu entwickeln. Ebenso wichtig ist es, die Menschen zu verstehen, die eine Software später verwenden. Erst wenn klar ist, was NutzerInnen tatsächlich brauchen, kann daraus eine sinnvolle digitale Lösung entstehen.

Softwareentwicklung, KI, IT und Programmieren in Österreich

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Digitalisierung in Österreich.

Mario spricht über staatliche IT-Projekte, den Einsatz von künstlicher Intelligenz im öffentlichen Bereich und darüber, warum häufig viel Geld in Technologien investiert wird, ohne den tatsächlichen Nutzen ausreichend zu hinterfragen.

Anhand seiner eigenen Projekte zeigt er außerdem, dass engagierte Einzelpersonen oft in kurzer Zeit Lösungen entwickeln können, für die öffentliche Stellen Jahre benötigen würden.

Über Mario Zechner

Mario Zechner ist Softwareentwickler und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Softwareentwicklung, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Bekannt wurde er unter anderem durch das Projekt heiße-preise, das Preisentwicklungen im Lebensmittelhandel transparent macht. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich bei Cards for Ukraine, wo Lebensmittelgutscheine an geflüchtete Familien aus der Ukraine organisiert und verschickt werden.

Mehr zu Mario erfährst du hier.

Alle weiteren Podcastfolgen von mit Milch und Zucker findest du hier.

Cards for Ukraine

Mario arbeitet im Verein „Cards for Ukraine“ mit. Sie versenden Lebensmittelgutscheine an geflüchtete Familien aus der Ukraine. Hier erfährst du mehr darüber.

Zitate aus dieser Folge

Über Softwareentwicklung und KI

(10:45) „Programmieren ist im Endeffekt nicht so viel anders, wie wenn du zu einem Tischler gehst und sagst, du willst eine neue Küche.“

(11:02) „Am Ende einer Programmierung kommt keine schöne, brauchbare Küche raus, sondern meistens etwas, was noch nicht so funktioniert, wie man es haben will.“

(16:43) „Ich bin nur ein Computerhawi.“

(35:54) „Ich brauche keine Computer, um Programmierer zu sein.“

(38:59) „Es gibt etwas wie Computational Thinking. Da geht’s darum, dass ich ein Problem habe, und ich möchte wissen, wie ich dieses Problem am besten lösen kann. Dann leite ich mir eine Anleitung her, die ich immer wieder auf dieses Problem anwenden kann, und das ist im Endeffekt, was eine ProgrammiererIn tut.“

(40:04) „Wirklich gute SoftwareentwicklerInnen zeichnen sich dadurch aus, nicht nur das Problem zu betrachten, sondern auch die Menschen, die dieses Problem haben.“

(41:52) „Das Runterdividieren auf: Was will der Kunde wirklich von mir als SoftwareentwicklerIn, ist die eigentliche Kunst des Berufs.“

(42:12) „Für mich persönlich war der beste Weg immer, den KundInnen oder BenutzerInnen zu erklären, was eigentlich möglich ist.“

Softwareentwicklung, KI und Technologie

(11:38) „Allgemein, die Digitalisierung kommt mir nicht schnell vor.“

(12:03) „Ich glaube, dass 30 Jahre für die Einführung einer neuen Technologie wie PCs und Internet nicht super schnell sind.“

(12:27) „Das iPhone war der Katalysator von allem, was wir dauernd vor unseren Birnen haben und wo wir nicht aufhören können, herumzuwischen.“

(20:51) „Digitale Geräte sind mittlerweile Gebrauchsgegenstände und haben ein bisschen Topfpflanzencharakter.“

Künstliche Intelligenz

(13:03) „Dass KI wie ChatGPT so gut funktioniert, hat alle überrascht. Dass es funktioniert, hat weniger überrascht.“

(14:06) „Ein Touchscreen ist kein Ersatz für ein Gerät mit Knöpfen oder für einen Ball.“

(15:14) „Ich finde nicht, dass es besser ist, wenn ein Kind am Tablet mit einem Tabletpen etwas zeichnet, als wenn es mit Wasserfarben oder Stiften auf einem Papier etwas macht.“

(15:27) „Das Artefakt, das mit Wasserfarben oder Stiften entsteht, ist etwas Greifbares, das für alle in der Umgebung erlebbar ist.“

(15:36) „Eine Zeichnung auf dem Tablet kann ich über WhatsApp mit Oma und Opa teilen, aber es ist nichts, was ich dann ausdrucke und aufhänge.“

Digitalisierung in Österreich

(22:26) „Es wird derzeit versucht, Lösungen in Dinge zu stecken, wo sie nichts zu suchen haben.“

(26:50) „Das AMS hat sich entschieden, Geld auszugeben für KI-Lösungen von Nicht-Problemen.“

(27:10) „Ich finde, dass politisch leider diesen Trend-Themen in der Technologie zu sehr nachgelaufen wird, ohne darüber nachzudenken, was für Auswirkungen es hat.“

(27:31) „Es geht offensichtlich politisch jedem darum, dass er innovativ dasteht.“

(29:15) „Mit einem Tool wie heiße-Preise kann man sehr gut die Preisbildung analysieren.“

(32:23) „Digitalisierungsstaatssekretäre sollten Erkenntnisse aus Daten des Staates ziehen.“

(36:37) „Es werden vom Staat Projekte angegangen, die ein gutes Grundkonzept haben.“

(36:55) „Diese Prozesse könnten verbessert werden, wenn man nicht immer dieselben Beraterfirmen anstellt.“

(37:27) „Mein Beitrag ist es, zu zeigen, dass man auch als Privatperson schnell etwas auf die Beine stellen kann.“

Persönliches

(04:05) „Ich bin eigentlich gar kein so großer Kaffeetrinker.“

(05:46) „Vor ein paar Jahren bin ich ein bisschen aktivistisch geworden.“


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