Museum of Survivors – Wie ein digitales Museum Geschichten von Krieg, Flucht und Unterdrückung bewahrt
Krieg, Flucht und Unterdrückung hinterlassen Spuren – oft ein Leben lang. Doch wie erzählen Menschen von diesen Erfahrungen? Und wie können ihre Geschichten bewahrt werden, damit sie auch zukünftige Generationen erreichen? Genau hier setzt das Museum of Survivors an.
Menschen teilen ihre persönlichen Erinnerungen an Krieg, Flucht und Unterdrückung. Häufig sind diese Erinnerungen mit einem ganz besonderen Gegenstand verbunden: einem Reisepass, einer roten Jacke, einem Ring oder einem Buch. Hinter jedem dieser Objekte verbirgt sich eine bewegende Lebensgeschichte und ein Stück Zeitgeschichte.
In dieser Podcastfolge sprechen wir mit den ŠEFICAs, den Gründerinnen des Museums. Sie erzählen, wie die Idee zu einem digitalen Museum entstanden ist, warum sie bewusst persönliche Geschichten in den Mittelpunkt stellen und weshalb Erinnerungen ein wichtiger Beitrag für Frieden und gesellschaftliches Verständnis sind.
Außerdem sprechen wir darüber, wie ZeitzeugInnen ihre Vergangenheit verarbeiten, welche Rolle Wissenschaft und Bildung im Projekt spielen und warum es heute auch an Schulen eingesetzt wird.
Museum of Survivors – Das digitale Museum
Das Museum of Survivors ist ein digitales Museum, das die Geschichten von Menschen sammelt, die als Kinder oder Jugendliche Krieg, Flucht oder Unterdrückung erlebt haben. BesucherInnen können die persönlichen Erinnerungen lesen, anhören und anhand besonderer Gegenstände entdecken.
Mehr Informationen und alle Geschichten findest du unter museumofsurvivors.org.
Möchtest du das Museum of Survivors an deine Schule bringen? Informationen zu Workshops und Bildungsangeboten findest du ebenfalls auf der Website.
Alle weiteren Podcastfolgen von mit Milch und Zucker findest du hier.
Die Podcastgästinnen: Irena Klissenbauer und Klaudija Bilić-Selmanović
Irena Klissenbauer
Irena Klissenbauer ist Wirtschaftswissenschaftlerin und Mitgründerin des Museums.
Seit vielen Jahren setzt sie sich für Menschenrechte, Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Mit dem digitalen Museum möchte sie die Geschichten von Menschen sichtbar machen, die Krieg, Flucht und Unterdrückung erlebt haben, und so das Bewusstsein für die Folgen von Gewalt stärken.
Neben ihrer Arbeit beim Museum begleitet sie Projekte im Bildungs-, Kunst- und Kulturbereich und engagiert sich für Versöhnung und gesellschaftlichen Wandel.
Klaudija Bilić-Selmanović
Klaudija Bilić-Selmanović ist Politologin und Mitgründerin des Museums.
Seit mehr als 25 Jahren entwickelt und begleitet sie Bildungs-, Kultur- und Friedensprojekte in Österreich und Südosteuropa. Dabei nutzt sie Kunst und Bildung als Werkzeuge, um gesellschaftlichen Dialog, Versöhnung und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
Mit dem digitalen Museum schafft sie gemeinsam mit den anderne GründerInnen einen Ort, an dem persönliche Erinnerungen bewahrt und für kommende Generationen zugänglich gemacht werden.
Zitate aus dem Podcast
Über das Museum of Survivors
(04:36) „Es sind nicht nur Geschichten, es sind Geschenke.“
(09:15) „Im Museum of Survivors sind Gegenstände von Menschen zu sehen, die als Kinder oder Jugendliche Krieg, Flucht oder Unterdrückung erlebt haben.“
(10:25) „Im Museum of Survivors kann man alles hören und lesen.“
(13:08) „Momentan sind im Museum of Survivors zehn ZeitzeugInnen-Geschichten und drei Geschichten der nächsten Generation zu sehen. Tatsächlich haben wir 53 Menschen interviewt.“
(13:50) „Die Ursprungsidee war kein digitales Museum, sondern ein analoges Museum im MuseumsQuartier.“
(19:20) „Wir wollen die Menschen, die uns ihre Geschichte erzählen, auf keinen Fall in einer Opferrolle zeigen.“
(25:04) „Wenn man keine Finanzierung hat, ist es schwer, ein Projekt wie das Museum of Survivors umzusetzen.“
(25:14) „Es ist unser Herzensprojekt.“
(25:50) „Partner zu finden, die an uns glauben, ist uns sehr wichtig.“
Museum of Survivors über Erinnerung und Frieden
(12:54) „Es geht um Kindheitserfahrungen im Krieg, aber auch um die Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen.“
(14:56) „Wann hört der Krieg in den Köpfen der Menschen auf?“
(29:07) „Wir nehmen die Geschichten sehr ernst und werten sie wissenschaftlich aus.“
(29:37) „Wir machen auch Vermittlung an den Schulen.“
(29:48) „Bei Schulveranstaltungen überlegen Schülerinnen und Schüler, was sie mitnehmen würden, wenn sie plötzlich flüchten müssten.“
(34:34) „Im Museum of Survivors gibt es einen roten Faden – Themen, die sich durch viele Geschichten ziehen.“
(37:50) „Ich wollte die Gespräche nicht lenken, sondern gemeinsam mit den Menschen diese Reise gehen.“
(40:33) „Jede Geschichte im Museum of Survivors war für mich eine Bereicherung.“
(41:36) „Jede Geschichte ist ein Schatz, ein Geschenk und zugleich etwas sehr Fragiles.“
(47:44) „Erst als sie mit 15 nach Österreich kam, erkannte sie, dass das Erlebte nicht normal war.“
(52:00) „Ich hoffe, dass das Museum of Survivors etwas ist, woraus wir lernen.“
(52:42) „Wir leisten einen Beitrag zum Frieden.“
(52:55) „Jeder von uns kann einen Beitrag zum Frieden leisten.“
Persönliche Einblicke
(06:17) „Für mich ist wichtig, mit wem ich Kaffee trinke.“
(06:35) „Meinen ersten Kaffee habe ich mit zehn Jahren getrunken.“
(07:46) „Eigentlich war es Zucker mit Kaffee.“
(11:24) „Wenn ich ein Flugzeug sehe, denke ich ans Reisen. Wer Krieg erlebt hat, denkt an etwas ganz anderes.“
(28:02) „Wir konnten den wissenschaftlichen Bereich mit Unterstützung des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, der Psychotraumatologie und Judith Kohlenberger aufbauen.“
(31:05) „Man sollte immer eine Vision haben.“
(32:09) „Hartnäckig bleiben und seine Träume leben.“
(32:21) „Beim Thema Frieden ist das Daran-Glauben oft schwer.“
(32:48) „Unsere Familiengeschichten haben uns verbunden und gestärkt.“
(33:49) „Gemeinsam konnten wir die Idee des Museum of Survivors verwirklichen.“
(38:52) „Wir hatten keine direkte Kriegs- oder Fluchterfahrung, aber eine indirekte über unsere Familien.“
(43:50) „Auch in schwierigen Situationen wird viel gelacht.“
(44:13) „Trotz der belastenden Geschichten haben wir als Team sehr viel miteinander gelacht.“
(45:26) „Wir versuchen immer, eine positive Stimmung zu bewahren.“

