Ein eigenes Theaterstück schreiben und produzieren – genau diesen Weg haben Maria Gruber und Michaela Prendl eingeschlagen. In dieser Folge von mit Milch und Zucker sprechen die beiden Schauspielerinnen über Kreativität, Eigeninitiative, den Mut zum Selbermachen und die Entstehung ihres Theaterstücks „DANN“. Dabei geht es um die Frage, wie man ein Theaterstück schreibt, was hinter einer eigenen Produktion steckt und warum es manchmal notwendig ist, nicht länger auf Chancen zu warten, sondern sie selbst zu schaffen.
Wie das Theaterstück DANN entstanden ist
Viele Menschen in kreativen Berufen kennen das Gefühl, auf die nächste Gelegenheit zu warten. Die nächste Rolle, das nächste Engagement, die nächste Zusage oder die nächste Idee sollen endlich den entscheidenden Schritt ermöglichen.
Auch Maria Gruber und Michaela Prendl kennen diese Situation aus ihrem Berufsalltag als Schauspielerinnen. Statt jedoch darauf zu warten, dass jemand anderes ihnen die passende Möglichkeit bietet, entschieden sie sich, selbst aktiv zu werden.
Gemeinsam entwickelten sie ihr eigenes Theaterstück und brachten damit ein Projekt auf den Weg, das sie von der ersten Idee bis zur fertigen Produktion selbst gestaltet haben.
Im Podcast erzählen die beiden, wie aus einer spontanen Idee das Stück „DANN“ entstand und warum Eigeninitiative oft der wichtigste Schritt in kreativen Prozessen ist.
Theaterstück DANN: Eine Tragikomödie über das Leben und verpasste Chancen
Im Mittelpunkt ihres Stücks steht die Frage, was passiert, wenn man sein Leben immer wieder auf später verschiebt.
„DANN“ beschäftigt sich mit Themen wie Sinnsuche, Lebensentscheidungen, verpassten Möglichkeiten und der menschlichen Angewohnheit, wichtige Dinge auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verschieben.
Dabei verbindet das Stück ernste Themen mit Humor und schafft eine Mischung aus Tragik und Komik, die das Publikum gleichermaßen zum Nachdenken und zum Lachen bringen soll.
Besonders spannend ist dabei, dass die Figuren bewusst offen angelegt sind. Dadurch entstehen Freiräume für Interpretation und Identifikation.
Maria und Michaela sprechen darüber, wie sich das Stück während des Schreibprozesses entwickelt hat und warum selbst für die Autorinnen nicht immer von Anfang an klar war, wohin die Geschichte führen würde.
Wie schreibt man gemeinsam ein Theaterstück?
Ein Theaterstück gemeinsam zu schreiben bringt besondere Herausforderungen mit sich.
Beide Autorinnen mussten lernen, ihre Ideen, Perspektiven und kreativen Prozesse miteinander zu verbinden. Dabei spielte Vertrauen eine zentrale Rolle.
Im Gespräch erzählen sie, wie sie ihre unterschiedlichen Zugänge genutzt haben, um das Stück weiterzuentwickeln, und warum offene Kommunikation im kreativen Prozess unverzichtbar ist.
Besonders interessant ist ihre Erfahrung, dass die erste Intuition oft die richtige ist und dass kreative Entscheidungen manchmal weniger Analyse und mehr Vertrauen benötigen.
Gleichzeitig sprechen sie darüber, wie verletzlich kreative Arbeit sein kann und weshalb es oft schwieriger ist, einen unfertigen Text einer einzelnen Person zu zeigen als einem gesamten Publikum.
Theater produzieren: Von der Idee auf die Bühne
Neben dem Schreiben eines Stücks gehört auch die Produktion zu den großen Herausforderungen eines eigenen Theaterprojekts.
Von organisatorischen Fragen über Finanzierung bis hin zur Umsetzung auf der Bühne mussten Maria und Michaela zahlreiche Aufgaben übernehmen, die weit über ihre eigentliche Tätigkeit als Schauspielerinnen hinausgehen.
Im Podcast geben sie Einblicke in die Realität unabhängiger Theaterproduktionen und sprechen offen darüber, wie viel Engagement, Planung und Durchhaltevermögen notwendig sind, um ein eigenes Projekt erfolgreich umzusetzen.
Dabei wird deutlich, dass Kreativität allein oft nicht ausreicht. Wer eigene Projekte verwirklichen möchte, muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.
Warum Eigeninitiative für kreative Menschen so wichtig ist
Ein zentrales Thema der Episode ist die Frage, wie man mit Ablehnung und Unsicherheit umgeht.
Gerade in künstlerischen Berufen erleben viele Menschen Phasen, in denen sie auf Chancen hoffen und gleichzeitig das Gefühl haben, nicht dem aktuellen Idealbild zu entsprechen.
Maria und Michaela zeigen, dass es einen anderen Weg gibt: selbst Projekte entwickeln, selbst Ideen umsetzen und die eigene Kreativität aktiv gestalten.
Ihre Geschichte macht Mut, nicht auf die perfekte Gelegenheit zu warten, sondern ins Handeln zu kommen.
Dabei geht es nicht nur um Theater oder Schauspiel, sondern um eine Haltung, die auf viele Lebensbereiche übertragbar ist.
Humor, Traurigkeit und die Kraft guter Geschichten
„DANN“ bewegt sich bewusst zwischen Humor und Ernsthaftigkeit.
Im Podcast sprechen Maria und Michaela darüber, warum Menschen oft gerade dann lachen, wenn Geschichten besonders menschlich und ehrlich sind.
Sie zeigen, dass Lachen und Traurigkeit keine Gegensätze sein müssen. Vielmehr können beide Gefühle gleichzeitig existieren und sich gegenseitig verstärken.
Genau diese Mischung macht viele große Theaterstücke aus und prägt auch ihre eigene Produktion.
Das Publikum darf sich daher auf einen Abend freuen, der unterhaltsam ist, aber gleichzeitig wichtige Fragen über das Leben stellt.
Was das Publikum aus dem Theaterstück DANN mitnehmen soll
Für Maria und Michaela steht nicht nur die Unterhaltung im Vordergrund.
Sie wünschen sich, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer nach der Vorstellung darüber nachdenken, wie sie ihr eigenes Leben gestalten.
Wie oft verschieben wir Dinge auf später?
Wie oft sagen wir „das mache ich dann“?
Und wie oft verpassen wir Chancen, weil wir darauf warten, dass der richtige Moment kommt?
Diese Fragen bilden das Herzstück von „DANN“ und machen das Stück zu weit mehr als einer klassischen Komödie.
Jetzt die Podcast-Folge anhören
In dieser Episode von mit Milch und Zucker erfährst du:
- Wie Maria Gruber und Michaela Prendl ihr eigenes Theaterstück entwickelt haben
- Wie der Schreibprozess für „DANN“ entstanden ist
- Welche Herausforderungen gemeinsames Schreiben mit sich bringt
- Was hinter einer unabhängigen Theaterproduktion steckt
- Warum Eigeninitiative für Kreative so wichtig ist
- Wie Humor und Tragik in einem Theaterstück zusammenfinden
- Welche Botschaft die beiden ihrem Publikum mitgeben möchten
- Warum man nicht immer auf die perfekte Gelegenheit warten sollte
- Wie kreative Prozesse tatsächlich ablaufen
- Welche Zukunftspläne die beiden für ihre Arbeit haben
„DANN“ kannst du am 17. Juli, 18. Juli und 8. August auf der Open-Air-Bühne in Pellendorf erleben.
Weitere Informationen findest du auf Instagram unter @dann_theater.
Maria Gruber findest du unter mariagruber.com sowie auf Instagram unter @mariaandreagruber.
Michaela Prendl findest du unter michaelaprendl.com und auf Instagram unter @michaela.prendl.
Die aktuellen Podcastfolgen von mit Milch und Zucker findest du hier.
Zitate aus der Podcast-Folge
Die Entstehung vom Theaterstück DANN
„Wie schön wär’s, wenn wir ein gemeinsames Projekt starten könnten?“
„Maria, ich hab‘ ein Stück für uns geschrieben!“
„Beim ersten Mal Lesen war das Ende noch nicht klar.“
„Ich hab‘ noch nie so ein Stück gelesen.“
„Unsere erste Intuition ist auch die richtige gewesen.“
Schreiben und kreative Zusammenarbeit für das Theaterstück DANN
„Es ist auch eine Challenge zu sagen: Wie hat sich das für dich angefühlt, wie hat sich das für mich angefühlt?“
„Es ist immer schlimmer, wenn du es einer Person zeigst, als bei einem ganzen Publikum.“
„Es ist schön und respektvoll.“
„Kreative Prozesse sind etwas Intimes.“
Theater, Rollen und Freiheit
„Sie wissen nicht: Bin ich die Mutter, die Tochter, die Partnerin von irgendwem? Das gibt ihnen eine gewisse Freiheit.“
„Es ist schön, jemanden zu haben, der das Ruder in die Hand nimmt.“
Inspirierende Menschen
„Die Frauen, bei denen ich mich entschieden habe, sie in meinem Leben haben zu wollen, sind alle sehr inspirierende Personen.“
Nicht warten, sondern machen
„Alles, was ich gerade tue, ist daraus entstanden, dass ich gesagt habe, ich will nicht darauf warten, dass jemand sagt: Genau. Dich. Will ich.“
„Ich bin nie der Typ, der gerade gesucht ist, deswegen mache ich jetzt meinen eigenen Scheiß.“
„Wenn du es gewohnt bist zu stolpern, dann stolpert man leichter weiter.“
Die Botschaft des Stücks
„Es soll Leute dazu anregen, zu überlegen: Lassen sie ihr Leben nur passieren?“
„Wie oft sagt man: Das mach ich dann. Und für die Frauen in unserem Stück ist es eben zu spät.“
Humor und Geschichten
„Wenn ich Leuten zuhöre, wie sie Geschichten erzählen, muss ich oft lachen.“
„Ich kann noch nicht sagen, ob die Leute es so lustig finden werden.“
„Lachen ist nicht das Gegenteil von Traurigsein.“
Zukunftspläne und Träume
„Ich hab den Traum von einem Stück am Fringe Festival in Edinburgh.“
„Haben wir das Geld für KI-Übersetzer?“
Persönliche Empfehlungen
„Ich hab den besten Kaffee mehrmals getrunken.“
„Leni’s Café in Sommerhausen würde ich jedem empfehlen.“
Wertschätzung kreativer Arbeit
„Ich geh auch nicht zum Bäcker und sag: ‚Naja, die eine Semmel haben’s doch eh sicher gern gemacht.‘“
Frühere Podcast-Folgen mit Michaela Prendl
Wenn dir diese Episode gefallen hat, hör auch in die bisherigen Gespräche mit Michaela Prendl hinein:
- Ohne Kunst wird’s still – 8. Juni 2020
- Eine Umarmung – Weihnachten mit Milch und Zucker – 23. Dezember 2021
- Kunsträume schaffen und Kunst Raum geben – 21. Mai 2023
Die Geschichte von Maria Gruber und Michaela Prendl zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn man aufhört zu warten und beginnt, selbst zu gestalten. Mit „DANN“ haben die beiden nicht nur ein eigenes Theaterstück geschrieben und produziert, sondern auch eine Einladung geschaffen, das eigene Leben bewusster zu betrachten und Chancen nicht auf irgendwann zu verschieben.

