Die Zukunft des Westbalkans wird nicht nur in Brüssel oder den Hauptstädten der Region entschieden. Vielmehr entsteht sie auch dort, wo Menschen Brücken bauen, den Dialog fördern und sich aktiv für Demokratie und europäische Zusammenarbeit einsetzen. Genau dafür steht der Verein idemo!
In dieser Folge von mit Milch und Zucker sprechen wir mit Teresa und Dejan, zwei GründerInnen des Vereins idemo!, über ihre Vision für den Westbalkan, die Rolle der Diaspora in Österreich und die Frage, warum gesellschaftliches Engagement wichtiger ist denn je.
Der Name des Vereins ist dabei Programm. „Idemo“ bedeutet auf Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch so viel wie „Gemma“. Damit lädt der Verein Menschen ein, gemeinsam aktiv zu werden und Veränderungen anzustoßen.
Was ist idemo!?
idemo! ist ein Verein, der Menschen aus Österreich und dem Westbalkan miteinander vernetzt. Ziel ist es, den Dialog zwischen unterschiedlichen Perspektiven zu fördern, demokratische Entwicklungen zu unterstützen und die europäische Integration der Westbalkanstaaten voranzubringen.
Dabei richtet sich der Verein nicht nur an Menschen mit familiären Wurzeln im Westbalkan, sondern auch auch an alle, die sich für Europa, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt interessieren.
Im Mittelpunkt stehen Begegnungen, Veranstaltungen, Bildungsangebote sowie Projekte, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen.
Warum die Westbalkan EU Integration wichtig ist
Die Staaten des Westbalkans sind seit vielen Jahren Teil des europäischen Erweiterungsprozesses. Dennoch verläuft die Annäherung an die Europäische Union langsam und ist mit zahlreichen politischen Herausforderungen verbunden.
Teresa und Dejan sprechen darüber, welche Chancen eine stärkere Zusammenarbeit bietet und weshalb die europäische Perspektive für viele Menschen in der Region Hoffnung bedeutet.
Außerdem zeigen sie, welche Rolle die Diaspora in Österreich dabei spielen kann.
Die Diaspora als Brückenbauerin
Viele Menschen aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien oder dem Kosovo leben heute in Österreich.
Dadurch kennen sie beide Gesellschaften und können Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen, politischen Systemen und Lebensrealitäten schlagen.
Im Podcast wird deutlich, dass die Diaspora nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich und demokratiepolitisch einen wichtigen Beitrag leisten kann.
Demokratie lebt vom Dialog
Ein zentrales Thema der Podcastfolge ist der Austausch mit Menschen, die unterschiedliche Meinungen vertreten.
Teresa und Dejan sind überzeugt, dass demokratische Gesellschaften davon leben, einander zuzuhören und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.
Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung braucht es Räume, in denen respektvolle Diskussionen möglich sind.
Gesellschaftliches Engagement beginnt im Kleinen
idemo! möchte Menschen dazu motivieren, selbst aktiv zu werden.
Denn jede und jeder kann einen Beitrag leisten. Das beginnt im eigenen Umfeld, in Vereinen, bei Veranstaltungen oder im Austausch mit Menschen, die andere Erfahrungen gemacht haben.
Gesellschaftliches Engagement bedeutet nicht immer große politische Projekte. Oft entstehen Veränderungen gerade durch viele kleine Begegnungen.
Warum Europa Begegnungen braucht
Europa lebt nicht ausschließlich von politischen Institutionen oder Verträgen.
Europa lebt vor allem von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Brücken zu bauen und Vorurteile abzubauen.
Genau hier setzt idemo! an. Der Verein möchte Menschen zusammenbringen und zeigen, dass Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg möglich ist.
Jetzt die Podcast Folge anhören
🎧 Podcast: idemo! Gemma! Brückenbauer zwischen Brüssel, Wien und dem Westbalkan
Hier kannst Du die Podcast Folge anhören:
Podigee: https://mitmilchundzucker.podigee.io/292-idemo
Mehr Informationen über idemo! findest Du unter: https://idemo.jetzt
Weitere Podcastfolgen mit Teresa findest Du ebenfalls auf unserer Website.
Zitate aus der Podcast Folge
Warum idemo! gegründet wurde
„Nach drei Bier wollen immer alle etwas gründen und am nächsten Tag kommt keiner.“
„Wenn du in eine neue Umgebung kommst, versuchst du zu verstehen, wie du da hineingehörst.“
„Das war für manche eine Hoffnungsinfusion.“
„Die Diaspora spielt eine große Rolle.“
„Wir haben dort alle etwas gefunden, was wir daheim nicht gehabt haben.“
Gesellschaft und Demokratie
„EinwanderInnen in Österreich dürfen nicht wählen.“
„Allein die bosnische Diaspora in Österreich könnte eine Wahl in Bosnien beeinflussen.“
„Wir können uns überlegen: Wie kann ich mich in der Gesellschaft engagieren, sodass ich mit jemandem in Berührung komme, der nicht genau wie ich denkt?“
„Andersartigkeit hat oft nichts mit Ethnie oder Religion zu tun.“
„Es ist erstaunlich, wie gut wir über die Dinge diskutieren können, die uns trennen.“
Engagement und Vereinsarbeit
„Vielleicht kann man in einem Jahr von uns lernen, wie es nicht geht.“
„Wenn du nicht als Student nach Österreich kommst, wo findest du Bekanntschaften?“
„Nicht noch ein Problem auf dem Tablet, sondern eine Lösung auf dem idemo Tablet.“
„Der Gründungsweg ist lang und kompliziert.“
„Das Mindeste, was jeder tun sollte, ist das, was möglich ist.“
Die Vision von idemo!
„Idemo soll nicht groß sein, sondern nützlich.“
„Idemo ist keine Photo Op.“
„No one wants this to happen. That’s why we need to do it.“

