Wie können wir Klischees und Stereotypen überwinden? Das ist das zentrale Thema dieser Folge von mit Milch und Zucker. Ali Mahlodji spricht über Schubladendenken, persönliche Entwicklung, Authentizität und darüber, warum Menschlichkeit und Freundlichkeit heute wichtiger sind denn je.
Klischees und Stereotypen überwinden: Warum wir Menschen ständig in Schubladen stecken
Warum fällt es uns so leicht, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Berufs oder ihrer Lebensgeschichte zu bewerten? Wie entstehen Klischees und Stereotype? Und wie können wir lernen, hinter diese Zuschreibungen zu blicken?
Darüber haben wir in der aktuellen Folge von mit Milch und Zucker mit Ali Mahlodji gesprochen.
Ali Mahlodji kam als Flüchtling nach Europa und startete seinen Weg als stotternder Schulabbrecher mit über 40 verschiedenen Jobs. Heute zählt er zu den bekanntesten österreichischen Unternehmern, Keynote Speakern und Zukunftsgestaltern.
Als Gründer von futureOne unterstützt er Unternehmen, Führungskräfte und junge Menschen dabei, Klarheit über ihren eigenen Weg zu gewinnen und ihre Potenziale zu entfalten.
Ali Mahlodji: Vom Flüchtling zum internationalen Unternehmer
Fotocredit: Ali Mahlodji
Die Geschichte von Ali Mahlodji beginnt mit einer Flucht aus dem Iran und einem Neustart in Österreich.
Sein Lebensweg verlief alles andere als geradlinig. Er arbeitete in zahlreichen Berufen, kämpfte mit starken Selbstzweifeln und litt lange unter der Angst, vor Menschen zu sprechen.
Heute hält er Vorträge vor tausenden Menschen weltweit und begleitet Organisationen, Unternehmen und Institutionen bei Veränderungsprozessen.
Im Podcast erzählt er offen von seinen Ängsten, seiner Entwicklung und den Erfahrungen, die ihn geprägt haben.
Die eigene Geschichte annehmen und Klischees überwinden
Ein Schwerpunkt der Episode ist die Frage, wie wir mit unserer eigenen Geschichte umgehen.
Ali spricht darüber, dass er sich lange Zeit für seine Flüchtlingsgeschichte geschämt hat. Erst als er begann, offen darüber zu sprechen, erkannte er, welche Wirkung persönliche Geschichten auf andere Menschen haben können.
Für ihn zählt jede Geschichte.
Menschen verbinden sich nicht über perfekte Lebensläufe, sondern über Erfahrungen, Herausforderungen und Entwicklung.
Gerade deshalb ermutigt er Menschen dazu, ihre Geschichte nicht zu verstecken, sondern als Teil ihrer Identität anzunehmen.
Was macht deine Brand aus? Authentizität statt Schubladendenken
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs dreht sich um persönliche Markenbildung und Sichtbarkeit.
Ali erklärt, dass Menschen heute weniger an Titeln oder Statussymbolen interessiert sind als früher. Viel wichtiger sei die Frage, wie jemand denkt, welche Werte eine Person vertritt und wofür sie steht.
Sein eigener Weg zeigt, dass Authentizität oft stärker wirkt als perfekte Selbstdarstellung.
Als er seine ersten Projekte aufbaute, hatte er kein großes Marketingbudget. Stattdessen nutzte er das, was bereits vorhanden war: seine Geschichte, seine Erfahrungen und seine Vision.
Im Podcast spricht er darüber, wie Menschen sichtbar werden können, ohne sich dabei zu verstellen.
Klischees und Stereotypen überwinden: Warum Vorurteile entstehen
Ali beschreibt, dass Menschen ständig versuchen, andere einzuordnen.
Herkunft, Bildungsweg, Wohnort oder Beruf werden schnell zu Etiketten, die bestimmen sollen, wer jemand ist.
Dabei entstehen Vorurteile, die den Blick auf den Menschen dahinter verdecken.
Seine Erkenntnis: Schubladen lassen sich nicht vollständig verhindern. Aber wir können lernen, bewusster damit umzugehen und unsere eigenen Denkmuster immer wieder zu hinterfragen.
Besonders spannend ist dabei seine Beobachtung, dass Schubladendenken oft dann entsteht, wenn Menschen unter Stress stehen.
Menschlichkeit als Antwort auf gesellschaftliche Spaltung
Ein zentrales Thema der Folge ist die Frage, wie wir als Gesellschaft wieder respektvoller miteinander umgehen können.
Ali begegnet Menschen mit Fragen statt mit Vorwürfen. Mit ehrlicher Neugier statt mit erhobenem Zeigefinger.
Für ihn beginnt Verständnis dort, wo wir erkennen, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte und seinen eigenen Rucksack mit sich trägt.
Wer bereit ist zuzuhören und Perspektiven zu wechseln, kann Vorurteile abbauen und echte Begegnungen ermöglichen.
Menschen in ihre Klarheit bringen
Ali Mahlodji beschreibt seine größte Stärke darin, Menschen dabei zu helfen, Klarheit über ihren eigenen Weg zu gewinnen.
Ob Jugendliche, Führungskräfte oder Unternehmer – viele Menschen suchen Orientierung in einer komplexen Welt.
Seine Arbeit konzentriert sich darauf, Menschen zu unterstützen, ihre eigene Stimme zu finden und den Mut zu entwickeln, ihren Weg zu gehen.
Dabei steht immer dieselbe Frage im Mittelpunkt:
Wer bist du wirklich – unabhängig von den Rollen, Erwartungen und Klischees, die andere auf dich projizieren?
Klischees und Stereotypen überwinden: Eine Einladung zum Perspektivenwechsel
Die wichtigste Botschaft dieser Podcast-Folge lautet:
Menschen sind mehr als ihre Herkunft, ihr Beruf, ihr Bildungsabschluss oder ihre Lebensgeschichte.
Ali Mahlodji zeigt eindrucksvoll, wie viel Potenzial freigesetzt werden kann, wenn wir aufhören, uns selbst und andere auf einzelne Eigenschaften zu reduzieren.
Seine Geschichte macht Mut, die eigene Vergangenheit anzunehmen, neue Perspektiven einzunehmen und Menschen wieder als Menschen zu sehen.
Denn jede Geschichte zählt.
Jetzt die Podcast-Folge anhören
In dieser Episode von mit Milch und Zucker erfährst du:
- Wie Klischees und Stereotype entstehen
- Warum Menschen andere ständig in Schubladen stecken
- Wie Ali Mahlodji seine Flüchtlingsgeschichte verarbeitet hat
- Was eine starke persönliche Marke ausmacht
- Warum Authentizität wichtiger ist als Perfektion
- Wie man sichtbar wird, ohne sich zu verstellen
- Weshalb Neugierde Vorurteile abbauen kann
- Warum Freundlichkeit eine zentrale Zukunftskompetenz ist
- Wie Menschen mehr Klarheit über ihren eigenen Weg gewinnen können
Mehr Informationen zu Ali Mahlodji, seinen Keynotes und Projekten findest du unter ali.do sowie auf Instagram unter @ali.mahlodji.official.
Besonders hinweisen möchten wir auf sein Jugendprogramm futureRocka sowie auf sein Buch „Entdecke dein Wofür?“.
Hör jetzt rein und entdecke, wie wir Klischees und Stereotype überwinden und Menschen wieder als Menschen begegnen können.
Die aktuellen Podcastfolgen von mit Milch und Zucker findest du hier.
Zitate aus der Podcast-Folge
Klischees und Stereotypen überwinden: Mut zur Veränderung
„Ich hab viele Sachen in meinem Leben gemacht, vor denen ich richtig Schiss hatte.“
„Ich hatte Angst, vor Menschen zu sprechen, panische Angst, jahrelang.“
„Fast mein ganzes Leben war durchsetzt von ein paar wenigen Emotionen. Das war Wut, das zweite war unfassbare Neugierde, Lebenslust und ‚Ich umarm die Welt‘, und das dritte war unfassbare Angst.“
„Ich bin gerade in einer kompletten Wandlungsphase meines Lebens.“
„Mein Urvertrauen ins Leben schwindet, wenn ich mich nicht an die Geschichten in meinem Leben erinnere.“
„Meine Mutter war eine Frau, die immer gesagt hat: Wenn du willst, schaffst du alles.“
„Sie können unfassbar stolz auf sich sein.“
Klischees, Schubladen und Identität
„Ich hab mich für meine Flüchtlingsgeschichte geschämt.“
„Jede Geschichte aus meinem Leben, für die ich mich geschämt habe, aber trotzdem öffentlich erzählt habe, hilft irgendeiner Person, die gerade das Gefühl hat, dass sie nichts wert ist.“
„Du musst lernen, dass dich die Leute natürlich in Schubladen stecken. Du lernst aber auch, bewusst damit zu arbeiten, um auch an Orte zu kommen, wo du sonst nicht hinkommst.“
„Ich weiß, was es bedeutet, wenn du in der Dunkelheit das Licht sehen musst.“
„Ich habe begonnen, mit den Klischees zu spielen.“
Sichtbarkeit und persönliche Marke
„Die Leute wollen heute wissen: Wie denkst du? Wie ist dein Wertemodell?“
„Ich hatte kein Geld für Marketing, deshalb habe ich genutzt, was ich habe, und das war ich, meine Geschichte und die große Vision, die wir hatten.“
„Every Story counts.“
„Jede Geschichte zählt, und es ist egal, ob du im ersten Bezirk in Wien geboren bist oder dein Land wechseln musstest.“
„Meine Intention war immer: Wenn ich es schaffe, dass jeden Tag die Perspektive eines Menschen sich verändert – eine Person, die vielleicht gerade nicht an sich glaubt – dann habe ich das Leben dieser Person gerettet.“
„Was ich, glaub ich, wirklich gut kann, ist, Menschen beizubringen, was sie tun müssen, damit sie gesehen werden und auch gehört werden – aber ohne sich dabei zu verstellen.“
„Leute in ihre Klarheit bringen, das kann ich gut.“
Menschlichkeit und Perspektivenwechsel
„Ich habe auch gemerkt: Wann immer ich Menschen auf ein Podest hebe, stecke ich sie genauso in eine Schublade.“
„Wenn du im Wirtshaus sitzt und über jemanden anderen herziehst – der Person ist es egal, aber du hast einen Scheißabend.“
„Ich versuche, im Menschsein besser zu werden.“
„Schubladen passieren bei mir immer, wenn ich im Stress bin.“
„Eines der wichtigsten Dinge, die ich Menschen in meinen Mentorings beizubringen habe, ist, nicht alles zu glauben, was sie denken.“
„Ich begegne Menschen mit Fragen. Ich frage, woher sie Dinge wissen – nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit ehrlicher Neugierde.“
„Wie werden wir netter? Indem wir verstehen: Jeder hat einen Rucksack.“
„In einer Welt, in der du alles sein kannst, sei einfach nett.“
Klischees und Stereotypen überwinden: Lebensweisheiten für die Zukunft
„Bei Vorträgen erkläre ich Kindern und Jugendlichen immer, dass wir Erwachsenen auch das erste Mal Menschen sind.“
„Ich bin als 44-Jähriger auch das erste Mal 44.“
„Die Menschen stehen gerade global an einem neuen Startpunkt.“
„Mein Vater hat immer zu mir gesagt: Schau einmal am Tag in den Himmel zu den Sternen, dann wirst du merken, wie klein du bist und wie klein deine Probleme sind.“
„Ich sage Menschen immer: In 100 Jahren gibt’s dich nicht mehr – ist es wirklich wichtig, worüber du dich gerade aufregst?“
„Das Einzige, was du hinterlässt, sind die Geschichten und Emotionen, die du mit anderen kreiert hast.“

