Die Welt sehen und anderen zeigen
In dieser Folge haben wir mit Lukas Mari über sein Projekt One More Light und über eine Fotografie, die nicht laut sein will, sondern leise wirkt, gesprochen.
Lukas reist durch Städte, Landschaften und Kulturen, von Wien über Wales bis nach Ägypten, von eisiger Kälte bis zu tropischer Hitze und sucht dabei nicht nach spektakulären Motiven, sondern nach Atmosphäre, Stille und kleinen Momenten, die oft übersehen werden.
Ob bei grauem Winterlicht in Wien, im Trubel von Kairo, auf einem Fischmarkt in Catania oder mit einer analogen Kamera auf Film: seine Bilder entstehen aus Geduld, Präsenz und bewusster Entschleunigung. Lukas fotografierst nicht, um etwas zu besitzen, sondern um wahrzunehmen, was bleibt, wenn der Moment vorbei ist.
Wir haben mit Lukas darüber sprechen, was der Unterschied zwischen Urlaubsfotografie und Reisefotografie ist, ob Fotografie heute „instagram-tauglich“ sein muss, wie man stille Momente findet und weitergibt, wie man entschleunigt reist und fotografiert – und natürlich auch, ob man an jedem Ort etwas findet, das man anderen zeigen will.
Lukas Fotos kannst du dir auf Instagram unter @oemorelight.mari oder auf seiner Homepage one-more-light.com ansehen. Kalender und Prints findest du hier. Wenn du mit Lukas in Kontakt treten möchtest, kannst du das hier tun.
Erwähnt hat Lukas zudem die Werke von Vivian Maier, die du hier sehen kannst.
Zitate aus der Folge:
(05:20) Ich bin mit Kapselmaschinen aufgewachsen.
(08:25) Die Zeit muss man sich nehmen.
(08:40) Von meinem Onkel habe ich eine Spiegelreflexkamera bekommen.
(09:40) Wir sind viel gereist, auch an Orte, die man sich vielleicht normalerweise nicht als Familie anschaut.
(10:18) Mit 14 habe ich einen Kalender gemacht, auch eine Präsentation, und habe versucht, das alles aufzubauen.
(11:33) Wenn du im Leistungssport zwei-, dreimal am Tag trainieren musst, kannst du keine Kamera mitnehmen.
(12:27) Wenn man nicht nur wild herumknipst, sondern sich überlegt: „Was will ich festhalten?“ Da entstehen die guten Fotos.
(15:15) Wenn ich der Millionste bin, der die Pyramiden fotografiert, ist das nett und ich hab’s auch gemacht, aber was mich wirklich interessiert, ist das Drumherum Die Menschen, die dort arbeiten oder die gerade auf dem Weg dorthin sind.
(16:04) Ich würd das jedem raten, in der U-Bahn das Handy in der Tasche zu lassen und zehn Minuten zu schauen.
(16:26) Fotografie bringt mir wieder bei, zu schauen und zu sehen.
(17:20) Ich mach schon auch Handyfotos.
(19:05) Es ist wichtig, sich selbst ein bisschen zurückzunehmen.
(20:11) Das Beschäftigen mit Licht wird in der Fotografie unterschätzt.
(20:25) Farben, Komposition, Motiv, ist alles wichtig, aber es ist das Licht, das das Foto ausmacht.
(21:18) Man muss nicht alles veröffentlichen.
(23:47) Früh aufstehen ist manchmal unerlässlich.
(26:57) Oft schau ich auch, dass ich mich nicht zu viel vorbereite.
(29:19) Auf dem Leiberl stand „stolzer Opa“ drauf. Das fand ich interessant.
(30:20) Ich tendier dazu, schnell in Dinge reinzukippen.
(31:04) Ich war 18, 19, 20, da glaubt man halt auch, man ist unaufhaltbar.
(33:08) Das war für mich immer die größte Angst im Sport, weil’s auch einfach gefährlich ist.
(33:43) Es war schnell klar: Leistungssport spielt’s nicht mehr.
(35:07) Ich will, dass Bilder etwas erzählen oder zum Nachdenken anregen.
(36:16) Bevor der Sport kam und die Fotografie, war da die Musik.
(36:49) Was Sport und Fotografie nicht kann, kann Fotografie und Musik.
(39:35) In der Analogfotografie kann ich nicht viel ändern, dann ist es halt so. In der Digitalfotografie probier ichs besser zu machen.
(40:44) Es ist auch wichtig, die Kamera mal beiseite zu lassen.
(42:55) Es muss nicht immer gleich Indien sein.
(43:34) Ich möchte einen ganz eigenen Bildstil entwickeln.
(44:22) Ich hoffe, dass die Welt wieder ein bisschen mehr zusammenrückt und sich alle ein bisschen mehr liebhaben.
(45:19) Ich versuche, das nicht als To-do-Liste zu sehen, sondern es ein bisschen kommen zu lassen.
(49:55) Man muss irgendwie mitschwimmen in der Social-Media-Bubble und man muss auch mal lustige Reels schneiden, aber man weiß schon, was gut ankommt und was nicht.
(50:21) Ich bin kein Social-Media-Fotograf.
(51:49) Kreativität macht die Welt zu einem besseren Ort.

