2025 war Niko unser erster Gast, und gemeinsam haben wir damals einen Blick auf das Jahr 2025 geworfen. Diese Tradition möchten wir beibehalten.
Als wir letztes Jahr gesprochen haben, stand gerade ein Bundeskanzler Kickl im Raum, Debatten über Regierungsbildungsaufträge und Usancen waren die Themen. Es kam alles anders, ein neuer ÖVP Bundeskanzler und eine Koalition ohne FPÖ Beteiligung.
In der ersten Podcastfolge von 2026 haben wir mit Niko gesprochen, was 2025 Positives, Negatives und Unerwartetes gebracht hat.
Gemeinsam haben wir auch nach vorne geschaut:
Welche Entwicklungen sieht Niko für Österreich 2026?
Wo erwartest er Veränderung, wo Herausforderungen und wo vielleicht überraschende Wendungen?
Wir wollen außerdem darüber sprechen, wie es um die Medienlandschaft 2026 steht, ob sich die Aussichten verbessern und wo es aus seiner Sicht ein Umdenken braucht.
Und natürlich wollten wir auch wissen: Hat Niko inzwischen Aurafotografie beigebracht, hat er heuer etwas auf der Esoterikmesse gekauft, und konnte Niko mit Bürgermeister Ludwig eine Lösung für ganzjährige geöffnete Trinkbrunnen finden?
Nikos Buch „Ohne Bekenntnis“ gibt es unter anderem hier zu kaufen.
Auf X findest du ihn unter @NikoAlm und auch auf Instagram ist Niko unter @nikoalm zu finden.
Noch mehr über Niko gibt es unter alm.net.
Wer noch keinen Kalender für 2026 (und die ersten drei Monate 2027) hat, wird vielleicht hier fündig.
Die letzten vier Podcastfolgen mit Niko bei mit Milch und Zucker gibt es hier noch einmal:
Jänner 2025: Alles anders oder doch nicht?
Oktober 2021: Geschichten aus der letzten Reihe (ft. Sepp Schellhorn)
September 2020: Niko Alm trifft Marco Pogo
Jänner 2020: Österreich – Land der Seligen
Wer den Musiker Niko und seine Band VÖEST hören will kann es hier tun.
Zitate aus der Folge:
(08:58) Wir haben mittlerweile eine globale Kaffeekultur.
(11:25) Im zweiten Durchgang der Koalitionsverhandlungen war es relativ klar, dass das funktionieren muss und funktionieren wird.
(11:36) Der Abschluss der Koalitionsverhandlungen war auch eine große Erleichterung für mich persönlich als Bürger.
(11:54) Es war ein richtig angenehmes Gefühl, dass ich nicht mit einer blau-schwarzen Regierung leben muss.
(13:42) Man muss sich das ja so vorstellen, dass NEOS als kleine Partei, die noch nie in der Regierung war und gar nicht so viele Menschen hat, die dort arbeiten, dann sehr viele Leute in die Ministerien geschickt hat. Die haben dann auch gefehlt.
(17:22) Als Abgeordneter einer kleinen Oppositionspartei, die noch dazu sehr neu war, habe ich extreme Freiräume gehabt in der Art und Weise, wie ich meine Inhalte darstelle.
(18:00) Als Oppositionspartei kann ein Abgeordneter, eine Abgeordnete natürlich aus allen Rohren schießen und alles Mögliche kritisieren und alle möglichen neuen Ideen auch in den politischen Markt hineinbringen.
(18:44) Ein Regierungsprogramm ist eben der Kompromiss oder der Minimalkonsens oder Makrokonsens, den man sich ausgehandelt hat.
(19:39) Wir können natürlich jetzt als Regierungspartei neue Ideen in den politischen Markt bringen, aber die müssen halt mit dem, was ausgemacht ist, auch irgendwie kompatibel sein.
(20:24) Ich finde es im Übrigen auch sehr interessant, nach neuen Themen am politischen Markt zu suchen, Weltraum zum Beispiel ist auch eines meiner Themen.
(20:31) Ich kenne keine erkennbare Weltraumstrategie hier in der österreichischen Politik, schon gar keine, die Menschen aus dem Land Richtung Mond oder Mars bringt.
(20:45) Man kann natürlich trotzdem schon Visionen einbringen.
(22:57) Es gibt schon sehr viele Möglichkeitsfenster im Land, dass man bei einzelnen Bereichen auch einmal gröbere Änderungen vornimmt.
(23:10) Kleine Skandale helfen, Änderungen vorzunehmen, die Wirtschaftskammer zum Beispiel: Da gibt es jetzt im Kammersystem die Möglichkeit, dass man Teile davon zumindest hinterfragt.
(23:27) Wenn einem ein Sepp Schellhorn in einem Interview rausrutscht, dass er persönlich lieber drei statt neun Bundesländer hätte, dann gibt es da erstaunlich viel positiven Zuspruch.
(23:43) Es geht nicht darum, dass man die Bundesländer abschafft, die Geografie wird man nicht ändern.
(24:54) Die Aurafotografie habe ich auf 2026 verschoben.
(25:13) Ich habe tatsächlich etwas mehr Pragmatismus gelernt, als ich bislang in meinem Leben hatte.
(25:49) Ich habe dieses Jahr so ein paar Sachen abgeschlossen, die ich schon lange vor mir herschiebe.
(26:27) Ich habe dieses Jahr im Sommer noch rechtzeitig vor meinem Geburtstag meine erste Platte fertiggestellt.
(26:31) Es gibt eine Vinyl von mir, von meiner Band VÖEST, also VÖEST so wie die Voestalpine.
(27:18) Dieses „Ich schließe das jetzt schnell ab und bleib nicht zu lang hängen“, das habe ich dieses Jahr mehr als, glaube ich, zuvor in meinem Leben dazugelernt.
(27:33) Meine Zielvorgabe für 2026 wäre es, neben der Aurafotografie meine beiden Buchprojekte substanziell weiterzubringen. Zumindest eines von den beiden. Ich bin eh bescheiden.
(28:23) Wenn man alles als besonders wichtig für sich persönlich annimmt und dabei auf sich selbst vergisst, dann vergisst man auf das Wichtigste.
(29:01) Man kann das an sich selbst testen, welche Sachen einen noch auf die Palme bringen und wofür man sich engagiert und wofür man Zeit aufwendet, abseits der Dinge, die man tun muss.
(30:23) Vielleicht ist die Energie auch fokussierter.
(30:36) Ich stelle mir das persönlich sehr unangenehm vor, wenn man allem gegenüber gleichgültig wird und wenn man zu gelassen wird auch.
(30:53) Könnte man gut ein Essay darüber schreiben.
(31:25) Je älter man wird, desto näher ist man am Tod, oder?
(31:33) Der Pragmatismus ist auch ein Ausdruck der Ungeduld.
(31:52) Man lernt, die Ungeduld zu kanalisieren in Umsetzungsmotivation, und gleichzeitig lernt man aber vielleicht auch, die Ungeduld abzuschütteln und mit einer gewissen Gelassenheit zur Kenntnis zu nehmen, dass man manchen Sachen geduldiger gegenüber sein muss.
(33:21) Katholiken sind jetzt im Land in der Minderheit.
(34:14) Wenn es irgendwann einmal nur ein Drittel Katholiken gibt, dann werden einfach viele Rechte so nicht mehr geltend gemacht werden können.
(35:48) Ich liefere sozusagen nur Argumente in den Markt ein.
(36:48) Die Menschen sind aber trotzdem gern Mitglied der Kirche, weil die Kirche halt ein Traditionsprovider ist, angefangen von Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Begräbnis usw.
(38:15) Ich bin persönlich der Ansicht, man muss sich die kirchlichen Traditionen einfach aneignen und auch als Ungläubiger fortführen.
(39:59) Wir sind ja nicht alle in diese Welt geworfen worden und überlegen uns dann, wie es ist, sondern wir sind alle in irgendwelche Glaubenssysteme hineingeworfen.
(41:53) Es setzt sich die Gewissheit durch, dass das vielleicht für ganz junge Menschen gar keine gute Idee ist, so viel Zeit mit Social Media zu verbringen, für Ältere natürlich auch nicht.
(42:55) Vielleicht bin ich zu optimistisch.
(43:42) Ältere Menschen mit mehr Tagesfreizeit, die vielleicht in Pension sind, verbringen ja auch unfassbar viel Zeit vor ihrem Telefon und auf Facebook und vielleicht Instagram. Die haben natürlich ihre eigenen sozialen Mechanismen, um sich ihre eigenen Echokammern zu basteln.
(44:08) Natürlich ist das genauso gefährlich, die wählen genauso, deren Meinung formt sich genauso irre.
(46:04) Im Oktober haben Meta und Google die Möglichkeit, politische Werbung zu schalten, de facto aufgehoben.
(46:29) Tatsächlich wird Parteien damit die Möglichkeit genommen, um Publikum außerhalb der eigenen Blase zu werben.
(46:48) Wir wollen ja im demokratischen Diskurs, dass Menschen Inhalte sehen, die nicht nur aus ihrer eigenen Blase kommen, sondern sich ihre Meinung bilden.
(47:18) Social-Media-Werbung ist ein Hinhauen von Slogans, aber man haut sich immerhin Slogans hin, und man weiß wenigstens, was die großen Linien sind.
(47:36) Es beschäftigt uns gerade sehr, wie wir zu den Leuten überhaupt hinkommen.
(48:35) Es ist ein Megaproblem, und ich habe keine Lösung dafür.
(49:16) Das endet in einer wirklich großen Ratlosigkeit.
(49:23) Das Entstehen von automatisiert erzeugten Inhalten – es kann ja immer nur mehr und mehr werden.
(50:08) Der Unterhaltungskonsum wird nicht nur im Inhalt, sondern auch in den Formaten vollkommen maßgeschneidert sein.
(50:14) Es werden sich selbstverständlich keine Menschen darum kümmern, das zu machen, sondern logischerweise Maschinen.
(52:16) Es kommen ja sehr viele neue Angebote und sehr viele neue Medienkonsumentinnen und -konsumenten, die gar nicht mehr mit vertrauten Angeboten aufwachsen.
(54:57) Wir unterschätzen vielleicht, wie emotional wir den Quellen gegenüber eingestellt sind.
(55:05) Das wäre auch ein tolles Essay. Vielleicht schreibe ich das nächstes Jahr.
(55:37) Also jetzt bin ich ganz kitschig: Kein Krieg in Europa, kein Krieg am Rand von Europa.
(56:38) Ein großes Ding ist auch AI. Ich bin schon eher einer, der zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit dem gibt, dass sich diese Dinge in einer Art und Weise verselbstständigen, die ganz schlimm für uns ist.
(57:37) Wenn man alles erledigt hat, kann man sich um Klimawandel und Pensionsreform kümmern.
(58:51) Ich bin einer, der tendenziell immer nur stressige Reisen macht zu irgendwelchen Konferenzen oder Konzerten im Ausland.
(59:28) Es gibt am ersten März im Viper Room eine One-Stop-Tour von VÖEST, wo ich live auf der Bühne sein werde.
(1:00:27) Ich sage es ja immer, ich bin ein Optimist.
(1:00:47) Ich sehe so ein bisschen einen Silberstreif am Horizont, was dieses Erstarken von Rechtspopulismus betrifft, und ich kann mir vorstellen, dass es ein bisschen zu einer Abschwächung und einer Trendumkehr kommt.
(1:01:42) Ich glaube, es ist eine gute Zeit im Moment, gerade politisch ein paar Dinge wieder geradezurücken und herzurichten und für die Zukunft besser zu machen.
(1:03:13) Zufälligerweise habe ich mich ja wirklich mit dem Thema Kalender beschäftigt.
(1:03:48) Ich habe mir selbst zum Geburtstag einen kleinen Kalender geschenkt, bei dem Männer vor Kirchen stehen und diese Kirchen größtenteils dadurch abdecken, dass sie davorstehen.

