Hannah Bruckner– Von der Landwirtschaft auf den Tisch. Wie schmeckt Dahoam?

Regionalität und Landwirtschaft mit Hannah Bruckner

Regionalität und Landwirtschaft stehen im Mittelpunkt dieser Folge von mit Milch und Zucker. Hannah Bruckner spricht über ihr Kochbuchprojekt „so.schmeckt.dahoam“, regionale Lebensmittel, traditionelle Rezepte und darüber, warum Landwirtschaft weit mehr ist als nur ein Griff ins Supermarktregal.

Regionalität und Landwirtschaft: Wie schmeckt Dahoam wirklich?

Woher kommen unsere Lebensmittel? Wer produziert eigentlich die Zutaten für unsere täglichen Mahlzeiten? Warum wissen viele Menschen heute kaum noch, wie Landwirtschaft funktioniert? Und wie können regionale Lebensmittel wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden?

Darüber haben wir in der aktuellen Folge von mit Milch und Zucker mit Hannah gesprochen.

Die Burgenländerin studiert Agrarwissenschaften und engagiert sich bei der Landjugend Österreich. Im Rahmen ihrer Spitzenfunktionärsausbildung hat sie ihr Herzensprojekt umgesetzt: ein Kochbuch, das traditionelle Rezepte sammelt und diese mit landwirtschaftlichem Hintergrundwissen, persönlichen Geschichten und regionalen Besonderheiten verbindet.

Zusätzlich betreibt sie das Projekt „so.schmeckt.dahoam“ auf Instagram. Dort porträtiert sie Landwirtinnen und Landwirte und macht sichtbar, wer hinter unseren Lebensmitteln steht.

Wie das Kochbuch „so.schmeckt.dahoam“ entstanden ist

Die Idee für das Kochbuch entstand aus einer einfachen Bemerkung: Hannah wurde immer wieder gesagt, dass sie ihre Rezepte und Kochideen in einem Buch festhalten sollte.

Aus dieser Idee entwickelte sich schließlich ein Herzensprojekt, das weit über eine klassische Rezeptsammlung hinausgeht.

Im Mittelpunkt stehen traditionelle Gerichte aus dem Burgenland und anderen Regionen Österreichs. Gleichzeitig vermittelt das Buch Wissen über die landwirtschaftlichen Produkte, die hinter den Rezepten stehen.

Jedes Gericht wird durch Informationen zur Herkunft der Zutaten ergänzt. Dadurch verbindet das Kochbuch Kulinarik mit Landwirtschaft und schafft ein besseres Verständnis für regionale Lebensmittel.

Besonders wichtig war Hannah dabei, traditionelle Gerichte für jüngere Generationen zu bewahren und gleichzeitig die Arbeit der Landwirtschaft sichtbar zu machen.

Warum Landwirtschaft mehr ist als ein Griff ins Regal

Ein zentrales Thema der Podcast-Folge ist die fehlende Verbindung vieler Menschen zur Landwirtschaft.

Gerade im urbanen Raum fehlt oft das Verständnis dafür, wie Lebensmittel produziert werden und wie viel Arbeit hinter den einzelnen Produkten steckt.

Hannah möchte mit ihrem Projekt zeigen, dass Lebensmittel nicht einfach im Supermarkt entstehen.

Hinter jeder Packung Mehl, jedem Liter Öl und jedem Sack Erdäpfel stehen Menschen, die mit Fachwissen, Leidenschaft und großem Arbeitseinsatz hochwertige Lebensmittel produzieren.

Mit ihrem Instagram-Projekt „so.schmeckt.dahoam“ macht sie diese Menschen sichtbar und zeigt die Geschichten hinter den Produkten.

Traditionelle Rezepte als Teil unserer Kultur

Für Hannah sind traditionelle Gerichte weit mehr als bloße Rezepte.

Sie verbinden Generationen miteinander und bewahren Erinnerungen an Familie, Kindheit und Heimat.

Ein besonderes Beispiel dafür ist der Bohnensterz, der unbedingt in ihr Kochbuch aufgenommen werden musste. Dieses Gericht erinnert sie an ihre Großmutter und an gemeinsame Familienmomente.

Im Podcast spricht Hannah darüber, warum viele traditionelle österreichische Gerichte heute in Vergessenheit geraten und weshalb sie diese wieder stärker in den Mittelpunkt rücken möchte.

Während moderne Food-Trends ständig neue Gerichte hervorbringen, gibt es viele regionale Spezialitäten, die seit Generationen Teil der österreichischen Esskultur sind.

Wie Regionalität und Landwirtschaft im Alltag gelebt werden

Ein weiteres wichtiges Thema der Episode ist die Bedeutung regionaler und saisonaler Lebensmittel.

Für Hannah beginnt Regionalität bereits bei kleinen Entscheidungen im Alltag.

Wer regionale Produkte kauft, unterstützt nicht nur heimische Betriebe, sondern stärkt auch regionale Wertschöpfungsketten und reduziert Transportwege.

Besonders hilfreich sind dabei Plattformen wie „Gutes vom Bauernhof“ oder die BioMap von Bio Austria.

Dort können Konsumentinnen und Konsumenten gezielt nach regionalen Direktvermarktern, biologischen Produkten und landwirtschaftlichen Betrieben in ihrer Umgebung suchen.

Für Hannah sind Regionalität und Saisonalität die wichtigsten Hebel, um nachhaltiger zu konsumieren und gleichzeitig die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.

Landwirtschaft zwischen Tradition und Innovation

Die Podcast-Folge zeigt auch, wie vielfältig und innovativ die österreichische Landwirtschaft heute ist.

Durch ihre Besuche auf unterschiedlichen Betrieben hat Hannah erlebt, wie kreativ Landwirtinnen und Landwirte neue Wege gehen.

Von innovativen Vermarktungskonzepten über Direktvermarktung bis hin zu touristischen Angeboten entstehen laufend neue Ideen, um Landwirtschaft wirtschaftlich erfolgreich und gleichzeitig nachhaltig zu gestalten.

Dabei wird deutlich, dass moderne Landwirtschaft Tradition und Innovation miteinander verbinden kann.

Leidenschaft als Grundlage der Landwirtschaft

Für Hannah steht fest: Landwirtschaft ist weit mehr als ein Beruf.

Sie erfordert Leidenschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen.

Wetterereignisse, Ernteausfälle und wirtschaftliche Herausforderungen gehören zum Alltag vieler Betriebe.

Gleichzeitig erlebt sie immer wieder die große Herzlichkeit und Offenheit der Menschen in der Landwirtschaft.

Diese Begeisterung möchte sie mit ihrem Kochbuch und ihrem Instagram-Projekt an andere weitergeben.

Jetzt die Podcast-Folge anhören

In dieser Episode von mit Milch und Zucker erfährst du:

  • Wie das Kochbuch „so.schmeckt.dahoam“ entstanden ist
  • Warum Landwirtschaft mehr ist als ein Griff ins Supermarktregal
  • Weshalb traditionelle Rezepte kulturelles Erbe bewahren
  • Wie Regionalität und Saisonalität im Alltag umgesetzt werden können
  • Welche Rolle Direktvermarkter für regionale Lebensmittel spielen
  • Warum Aufklärungsarbeit über Landwirtschaft wichtiger denn je ist
  • Wie junge Menschen die Zukunft der Landwirtschaft mitgestalten

Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest ein Kochbuch haben? Schreib Hannah an: landjugend@lk-bgld.at.

Den Instagram-Account findest du unter @so.schmeckt.dahoam.

Mehr Informationen zu regionalen Direktvermarktern findest du bei Gutes vom Bauernhof sowie auf der BioMap von Bio Austria.

Hör jetzt rein und entdecke, wie Landwirtschaft, Regionalität und traditionelle Küche zusammengehören.

Die aktuellen Podcastfolgen von mit Milch und Zucker findest du hier.

Zitate aus der Podcast-Folge

Regionalität und Landwirtschaft sichtbar machen

„Ich finde es schade, dass sehr viele Menschen nicht wissen, was wirklich hinter den Lebensmitteln steckt und für sie nur ein Griff ins Regal ist.“

„Mit meinem Projekt will ich zeigen, dass Lebensmittel nicht nur ein Griff ins Regal sind, sondern auch eine Entscheidung für einen Berufsstand.“

„Ich möchte zeigen, wie viel Arbeit hinter einer Packung Mehl oder Öl steckt und dass das nicht so zur Welt kommt.“

„Auf dem Instagram-Account soll die Landwirtschaft greifbar gemacht werden.“

„Es ist sehr wichtige Aufklärungsarbeit, wie zum Beispiel eine Gurke hergestellt wird, und dass sie nicht in einer vollen Kiste einfach daherkommt.“

Das Kochbuch und traditionelle Rezepte

„Du kochst immer so coole Sachen, du solltest ein Kochbuch schreiben.“

„Das erste Rezept, das für mich ins Kochbuch musste, war Bohnensterz, weil den hat die Oma schon immer für uns gemacht.“

„Bei jedem Gericht in meinem Kochbuch gibt es auch einen landwirtschaftlichen Hintergrund zu dem Gericht.“

„Wir verlieren uns in Bowls und hippen Gerichten, und es wird vergessen, dass wir so tolle Gerichte haben.“

„Durch das Kochbuch wird man vielleicht als jüngerer Mensch erinnert, dass das Gute und Alte so nahe liegt und dass es es auch noch gibt.“

Regionalität, Landwirtschaft und Saisonalität

„Für mehr Regionalität im eigenen Leben muss man die Augen offenhalten und schauen, wer ist mein nächster Direktvermarkter.“

„Bei Gutes vom Bauernhof gibt’s eine Karte, wo du ein Produkt eingeben kannst, und dann wird dir aufgelistet, wo es das in deinem Bezirk gibt.“

„Von Bio Austria gibt’s die BioMap, da kannst du Produkte in biologischer Qualität kaufen, was natürlich das Nonplusultra ist.“

„Regional und bio – besser geht’s nicht.“

„Regionalität und Saisonalität sind meine Keywords.“

Landwirtschaft mit Leidenschaft

„Landwirtschaft muss man mit Leidenschaft, Liebe und Hingabe machen.“

„Als Landwirtin oder Landwirt muss man total situationselastisch und flexibel sein.“

„Gerade die jüngere Generation findet es wichtig, nach außen zu tragen, was die Landwirtschaft in Österreich macht.“

„Wenn man so weit vorausplant, dann verbaut man sich Möglichkeiten, die sich ergeben.“

„Ein Buschenschank ist ein bissi ein Traum.“


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